Verbandsliga Baden • Samstag, 07.11.26
Starker Aufsteiger auf dem Talberg

TSG 62/09
Weinheim

FC
Zuzenhausen
Dominik Zuleger - »wer sonst?«, erzielte am 20.September 25, beim 2:2 in Zuzenhausen, den 100.Treffer in diesem Duell, das der FCZ mit einem Dutzend Triumphen anführt (9:9:12, 55:51). Er war es auch, der beim letzten 3:1-Sieg im vergangenen April in der Waldallee zu Weinheim einen Doppelpack servierte (1:3). Es könnte vorerst das vorletzte Spiel zwischen den Teams werden, denn Weinheim ist stark abstiegsbedroht. Man schreibt dem Team im Vergleich zum Saisonbeginn eine verbesserte Form zu, aber ob das reichen wird? Dem Vorletzten fehlen momentan 4 Punkte zum rettenden Ufer. Die Hoffnung lebt, allerdings hat sie inzwischen den Gesichtsausdruck eines Passagiers, der auf der Titanic nach einer zweiten Schwimmweste fragt. Nicht gerade förderlich ist der letzte Platz in der Benehmenstabelle (35/3/1). Sportlich im Keller und disziplinarisch auf dem Dach - eine Kombination, mit der man höchstens in einem Hochsicherheitsgefängnis Karriere macht. Zuzenhausen liegt als schwächste Mannschaft mit einem positiven Torverhältnis (+3) weit weg vom Wunschort. Der Achte musste sich am letzten Wochenende einem 0:3 gegen Gommersdorf unterziehen - die zweite Niederlage in Folge (1:5).

SG
HD-Kirchheim

TS 1993
Mosbach
In der letzten Saison stand Kirchheim nie schlechter als Platz 12 und nie besser als Platz 5. Nach 30 Spielen standen 42 Punkte im Protokoll (ø 1,40). Elf waren es nach 11 Spielen - ebenso wie aktuell. Der Zwölfte hatte am vergangenen Wochenende eine Spielpause und steigt nach einem 1:1 gegen »ZiePe« mit einem Heimspiel wieder ins Geschehen ein. Fünf Spiele ist das Team, das für eine von fünf roten Karten verantwortlich ist, ohne einen Dreier (0:3:2, 5:10). Damit das nicht chronisch wird und sich die Sieglosigkeit nicht irgendwann als eingetragener Verein anmeldet, sollten die »Windbeidel« mal wieder einen Sieg landen. Mosbach (11.,12) nutzte die Pause des kommenden Gegners, um links vorbeizuziehen. Gegen »ZiePe« konnte der Odenwald einen 2:1-Sieg einfahren. Ein immens wichtiger Dreier im Abstiegskampf. Fünf Striche zur Relegation - die »Kiwwelscheisser« können etwas durchatmen und hoffen auf ein Mitbringsel aus Heidelberg. Dreimal trafen die Konsorten aufeinander - gewinnen konnten die Mosbacher nie (2:1:0, 15:5). In Kirchheim gibt’s in der Regel sieben. Beim Testspiel im Juli 25 (7:4) und auch beim einzigen Punktspiel im August 24 (7:0), das im Übrigen Justin Bechtel leitete, der auch für den kommenden Einsatz vorgesehen ist. Ein gutes Omen? Vielleicht für Kirchheim?

VfB
Eppingen

SV Waldhof 07
Mannheim 2
Am 12.Mai 1991 spielte der VfB Eppingen das letzte Mal in der Oberliga und unterlag damals den KSC-Amateuren mit 1:4. Damals galt noch die 2-Punkte-Regelung und für motorisierte Fahrzeuge, die maximal 25 Kilometer auf die Straße brachten, musste man noch einen Führerschein machen. Nun stehen die »Mischdkrabben« auf einem Spitzenplatz und träumen von einer Rückkehr nach 36 Jahren. In der vergangenen Saison waren die Rotschwarzen fünfzehn Spieltage Vierter. Die Pole-Position … ein Novum für die Kraichgauer. Sechs Siege in Serie (18:3) und die Pleite des bisherigen Spitzenreiters aus Heddesheim gegen den VfR Mannheim 2 (2:3) machten den Sprung möglich. Die vermeintlich leichte Aufgabe, im kommenden Spiel den Tabellenplatz zu verteidigen, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Waldhof 2 ist zwar seit drei Spielen punktlos (5:9) und nach dem 2:4 gegen Spielberg nur 5 Punkte von der Relegation entfernt - aber exakt das könnte die »Buwe« so gefährlich erscheinen lassen. Der Zehnte (12) hat immer viel Luft nach oben, wenn es um was geht. Verlieren die Blauschwarzen, dann ist die rote Zone gut sichtbar hinter den Benz-Baracken. Es ist das 23.Treffen zwischen den Verbandsliga-Ikonen. Zwölf davon gewann der VfB (12:3:7, 35:23) bei relativ schmalen ø 2,63 Toren pro Spiel. Unterhaltsam geht anders. Da verspricht selbst eine Bundestagsdebatte über die DIN-Norm für Büroklammern mehr spontane Gefühlsausbrüche.

SV 1920
Spielberg

VfR
Mannheim 2
Kaum zu glauben, aber dieses Spiel hat die Verbandsliga zum ersten Mal auf dem Programm. Dreieinhalb Jahre ist das letzte Gastspiel der Ersten des VfR hier auf dem Talberg her (4:2). Jetzt muss sich die Einschuss-Manufaktur (36) mit dem zweiten Glied der Rotblauen zufriedengeben. Der Sechste (19) befindet sich dato in einer geilen Form und liegt nach dem 4:2 über Waldhof 2 nur noch 4 Dupfen vom Zweiten entfernt. Das Team mit den meisten Torbeteiligungen (56, ø 5,09) gewann die letzten beiden Spiele (10:3). Lange Zeit fand man den Neuling, VfR Mannheim 2 (3.,23), an der Tabellenspitze. Mittlerweile haben sich die »Monnemer« akklimatisiert. Am Wochenende nahm man jedoch Einfluss auf das Treiben auf dem Dach. Spitzenreiter Heddesheim wurde entkernt (3:2) - selber liegt man nur noch 3 Zapfen vom neuen Spitzenreiter aus Eppingen entfernt (23). Aber es kann nur einen geben … Highlander lässt grüßen, nur dass diesmal keine Köpfe rollen, sondern Tabellenplätze. Der Sieger des kommenden Spiels ist dabei im Orchester. Wer verliert, darf draußen stehen und den Instrumentenkoffer bewachen.

FV Fortuna
Heddesheim

1.FC
Bruchsal
Der gestürzte Tabellenführer gegen seinen Vorgänger. Am 7.Spieltag kam es zur Übergabe. Seither war der »Gaahengschd« hoch droben. Bruchsal hängt mit 2 Punkten weniger im Verfolger-Kreis ab. Kommt’s am Wochenende zum Überholmanöver? Die Gäste haben ihre Form gefunden und zuletzt 6 Punkte aus zwei Spielen eingefahren (5:2). Der Vierte hat wieder Lunte gerochen - das Reisen ist aber nicht des »Holzlumps« liebstes Kind. Nur 6 Duppen entstanden außerhalb der Barockstadt. Heddesheim (2.,23) hat seinen Spitzenplatz durch ein 2:3 gegen den VfR Mannheim 2 verloren. Drei Punkte Distanz zum Primus sollen als Motivationsschub dienen. Die Fortunen sind aber dafür bekannt, am Ende der Saison eben nicht aufzusteigen. Darin kann man mittlerweile eine Regel erkennen. Man könnte fast meinen, der Aufstieg sei in der Kurpfalz eine geschützte Tierart. Sollten die Heddesheimer aber am kommenden Wochenende den ewigen Favoriten in die Flucht schlagen, dann kann man zumindest mal von der inoffiziellen Herbstmeisterschaft träumen. Ein Titel, der ungefähr so viel Bestandsgarantie besitzt wie ein Friedensvertrag zwischen Asterix und den Römern. In der letzten Saison konnten Hirth, Malsam und Marton einen frühen Edobor-Rückstand (3.,6.) zu einem 3:2-Sieg der »Holzlumpe« drehen. Es war zeitgleich auch das historische »Infrontgehen« der Bruchsaler im sechzehnten Vergleich (6:3:7, 29:30).