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SG ringt KSV in Extra Time nieder
Im Pokalviertelfinale musste der Karlsruher SV erst nach Verlängerung den im Vorfeld favori-sierten Gästen den Weg ins Halbfinale überlassen. Bis zum Ende der regulären Spielzeit war es eine Partie auf Augenhöhe auf sehr hohen A-Klassenniveau, das den Zuschauern kaum Zeit für einen Toilettengang bot. Vor allem im ersten Abschnitt boten beide Teams in allen Mannschafts-teilen alles, was das Fußballherz erfreut und auch nach regulärer Spielzeit hätte keines eine Nie-derlage verdient gehabt. In der unvermeidlichen Verlängerung hatten dann die Ex-Siemensianer das bessere Ende für sich. Dass die Hausherren diese nach einer Gelb-roten Karte in der 85. Minute in Unterzahl bestreiten mussten, war zweifellos nicht von Vorteil. Dennoch hielten sie das Kräftemessen trotz gegnerischer Feldüberlegenheit offen und die Gäste konnten sich wäh-rend der gesamten weiteren 30 Minuten inklusive Nachspielzeit ihres Erfolges nicht sicher sein. Das erlösende 2:4 in der Schlussminute war dann lediglich noch eine Randnotiz.
Vom Anpfiff weg gingen die Akteure auf beiden Seiten entschlossen und einsatzfreudig zu Werke. Und bereits in den ersten Minuten hatte KSV-Angreifer Jonas Stern zwei gute Gelegen-heiten. Erst blieb SG-Goalie Oliver Elsner aber Sieger im Eins-gegen Eins (8.) und dann traf er nur ans Außennetz (11.). Zuvor hatte sich auf der anderen Seite Julian Gausmann mit einem Flachschuss dem KSV-Tor gefährlich genähert (10.). Eher überraschend gingen die Nodwest-städter dann aber in Führung. Nach einem präzisen Eckstoß von Marsel Begovic traf der am zweiten Pfosten ungedeckte Gausmann mit einer sehenswerten Direktabnahme zum 0:1 (28.). Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten, als nach flink kombinierter Angriffsaktion Brendon Reinhard von Jonas Stern in Szene gesetzt wurde. Den am Goalie vorbei geschlenzten Ball konnte Elsner im Zurückhechten zwar noch von der Linie kratzen, Reinhard hämmerte das Gerät dann aber gedankenschnell und wuchtig zum 1:1 ins Gehäuse (30.). Die Stumpf-Schützlinge wurden in der Folge zunehmend überlegen, wucherten aber mit ihren Torchancen. So zielte Reinhard Zentimeter am Kasten vorbei (32.), Tim Fünfgeld aussichtsreich drüber (42.) und Stern`s Abschluss aus zehn Metern parierte Elsner mit einem Superreflex (45.+2). Trotz Chancenplus für die Einheimischen ging man so mit dem letztlich gerechten Gleichstand in die zweite Hälfte.
Hier ließ das gute Niveau nur minimal nach, lediglich Torszenen waren seltener. Langeweile kam dennoch nicht auf. Die erste Gelegenheit hatte SG-ler Gausmann mit einem Schuss aus der Drehung, dem André Gonther die Schärfe nahm (52.). Wenig später brillierten die KSV-ler mit einer schönen Offensivaktion Fünfgeld bediente Tom Niederer, dessen Abschluss parierte Els-ner noch, Reinhard staubte aber geistesgegenwärtig zur 2:1-Führung ab (56.). Zehn Minuten später nahm Arijan Noci ein Zuspiel von Samet Demir auf und stellte mit einem Flachschuss neben den Pfosten den 2:2-Ausgleich her (66.). Danach spielte sich Vieles im Mittelfeld ab, bis sich dem KSV nach einer Ecke die Doppelchance zur erneuten Führung eröffnete. Mit zwei prächtigen Paraden vereitelte Elsner diese aber bravourös (79.). Als dem guten David Arendt ein zweites Mal ein unglückliches Foulspiel unterlief, wurde er mit Gelb-Rot des Feldes verwie-sen (85.). In Unterzahl rettete sich sein Team dann aber in die Verlängerung.
Die Gäste übernahmen mit einem Feldspieler mehr gleich zu Beginn der mindestens 30-minütigen Zusatzaufgabe erwartungsgemäß das Geschehen und verstärkten mit ihren spieleri-schen Mitteln den Druck auf die Nordsternler. Und schon nach sieben Minuten musste Gonther einen aussichtsreichen SG-Abschluss erfolgreich meistern (97.). Kurz darauf war dann aber auch der KSV bei einem Flankenball, den Philipp Werner knapp am linken SG-Pfosten vorbei-schoss, nah dran an der erneuten Führung (99.). Kurz vor dem Seitenwechsel nutzten die Gelb-Blauen dann im Anschluss an einen Eckstoß die kurzzeitig gewährten Freiheiten und gingen durch einen trockenen 14-Meter-Schuss von Demir mit 2:3 in Führung (103.). Den Vorsprung verwalteten sie einsatzfreudig und routiniert, während die Gastgeber nur noch wenige offensive Ansätze hatten und zu keiner reellen Ausgleichschance mehr kamen. Stattdessen fingen sie sich nach einem letzten Angriffsversuch in der Schlussminute noch einen Konter ein, den Julian Gausmann aus nicht geahndeter Abseitsposition zum 2:4-Endstand nutzte (120.+4).
Damit haben die KSV-ler zwar den Einzug ins Pokal-Halbfinale verpasst, sie müssen sich dar-über aber nur kurz grämen. Die dargebotene Leistung jedenfalls gibt keinen Anlass zu Traurig-keit und den Anhängern hat´s arg gefallen. Ist ja immerhin auch was. Schon am Sonntag geht’s in der Liga beim starken KIT SC weiter. Bleibt weiter mutig (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).