Hier kann ich mich tatsächlich nicht kurz halten, weil One Pace für mich mittlerweile ein echtes Herzensprojekt ist.
Die Idee dahinter ist eigentlich ganz einfach: Gemeinsam Sport treiben, ohne dass es um Leistung oder irgendwelche Voraussetzungen geht. Jeder soll willkommen sein - egal, wie schnell oder langsam er läuft und egal, ob er gerade erst anfängt oder schon jahrelang Sport macht. Was mir dabei besonders wichtig ist, ist das Miteinander. Ich glaube, jeder kennt es: Man nimmt sich immer wieder vor, sich mit alten Freunden zu treffen, meldet sich vielleicht sogar gegenseitig und sagt »Wir müssen unbedingt mal wieder etwas zusammen machen«. Und dann kommt der Alltag dazwischen, jeder hat seinen Job, seine Verpflichtungen und irgendwie schafft man es doch nicht.
Bei One Pace habe ich mittlerweile schon Menschen getroffen, die ich teilweise seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Und plötzlich steht man gemeinsam an der Startlinie und fragt sich, warum man sich eigentlich so lange aus den Augen verloren hat. Man sieht sich eben immer zweimal im Leben. Was mich außerdem besonders freut, sind die zahlreichen Nachrichten von Menschen, die selbst keine einfache Lebensphase hinter sich haben. Auch sie sind bei One Pace herzlich willkommen. Und genau dieses Gefühl spürt man mittlerweile auch in der Gruppe. Menschen finden wieder Anschluss, werden Teil einer Gemeinschaft und merken, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht alleine sind. Die fitteren Läufer helfen den Anfängern, unterschiedliche Berufsbilder und Lebensgeschichten treffen aufeinander und es entstehen ganz neue Synergien. Dieses Miteinander statt Gegeneinander ist in der heutigen Zeit leider etwas, das meiner Meinung nach viel zu selten geworden ist.
Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Leben plötzlich auf Pause steht. Ich lag selbst über einen längeren Zeitraum zu Hause und musste mich damit auseinandersetzen, mein bisheriges Leben teilweise hinter mir zu lassen. Gleichzeitig sieht man, wie andere ihr Leben genießen und einfach weitermachen. Das kann eine große Herausforderung sein. Deshalb möchte ich mit One Pace auch ein Stück weit Mut machen, wieder aufzustehen - egal, wie schwer der erste Schritt vielleicht fällt. Es muss nicht immer darum gehen, sofort wieder Höchstleistungen zu bringen. Manchmal reicht es, überhaupt wieder einen Schritt nach vorne zu machen. Und weil es Menschen und Tiere gibt, die diese Chance vielleicht nicht mehr bekommen, laufen wir auch nicht nur für uns. Deshalb habe ich von Anfang an gesagt, dass wir bei unseren Läufen für wechselnde soziale Zwecke und Projekte spenden möchten. Für mich ist One Pace deshalb mittlerweile viel mehr als nur ein Lauftreff. Es geht um Bewegung, Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, alte Kontakte, neue Freundschaften und darum, gemeinsam etwas Positives zu bewirken.