»Cool-Tour« ins Elsass
Heimspiel bei Racing

Weihnachtszeit - für Fußball-Fans immer eine Herausforderung. Die kleinen Ligen schlummern im Winterschlaf - viele Große sind zu weit entfernt oder schlichtweg ausverkauft. »Wo rennt denn der Hase? Zumindest der, der dem Weihnachts-Kochkopf entkam!« Die Zweite aus Hoffenheim erwartet den SV Wehen-Wiesbaden; Racing Strasbourg empfängt das kleine USL Dunkerque. Da wir unsere besseren Hälften einbauen mussten, zog Strasbourg - denn da hat es bekanntlich eine außergewöhnlich schön geschmückte Innenstadt und rund um das Münster prangt ein Weihnachtsmarkt. Frauenherzen schlagen da schneller. Da haben SAP und das Technik-Museum in Sinsheim keine Chance.

Die Anfahrt war etwas beschwerlich - Sonntags-Touristen; Weihnachts-Bummler und andere Plomben, die sich im Straßenverkehr benahmen, als wäre das Elsass ein Verkehrsübungsplatz. Was Frankreich wiederum klar von Deutschland unterscheidet - man ist stolz auf seinen Stadtverein, und während man in »Alemanien« sein Haus verkaufen muss, um ein Park-Ticket zu bekommen, werden in Frankreich alle Augen zugedrückt, um dem Zuschauer einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Was bei uns zu einer Demo von militanten Radfahrern, Lastenrad-Piloten und anderen Welt-Verbesserern führen würde, wird in Frankreich geduldet. Parken auf dem Seitenstreifen inklusive Radweg … die Polizei schaut für zwei Stunden drüber weg. Ein Fußweg von zehn Minuten vom Vehikel zum Sitzplatz, samt Karten-Erwerb - ein Traum. Für schlappe fünfzehn Euro konnte man einen tollen Sitzplatz bekommen.

Punktlandung - um 14:45 Uhr saßen wir im Stadion und sahen ein Spiel im Achtelfinale des französischen Pokals. Der Zweitligist USL Dunkerque war zu Gast bei Racing. Dunkerque - uns besser bekannt als Dünkirchen - an der Nordseeküste liegend und flämisch geprägt; nahe der belgischen Grenze. Strasbourg ging natürlich als Favorit in die Auseinandersetzung. Nach 26 Minuten dann das 1:0 für die Heimmannschaft. Einer der Besten, der Mann aus Paraguay, schob zum 1:0 ein (Enciso). Ein anderer Südamerikaner namens Barco (Argentinier), der von der Tribüne wie Pumuckls Sohn aussah, war Dreh- und Angelpunkt des Racing-Spiels. Als Doukouré nach 40 Minuten das 2:0 markierte, war der Kuchen verteilt - dachte man. Bier und Merguez zur Halbzeit, bevor es weiterging.

In Durchgang zwei drehte jedoch der Zweitligist auf und kam zu guten Chancen. Überragender Akteur - der zwanzigjährige Franco-Marokkaner Gessime Yassine, der die Abwehrbeine der Elsässer im Minutentakt verknotete. Doch mehr als ein Elfer in der 54.Minute fand nicht den Weg ins Straßburger Gehäuse (Robinet). Man hat es gegen Ende der Spielzeit dem Gast gegönnt … Gelungener Ausflug ins Elsass mit einem anschließenden Gang auf den Weihnachtsmarkt am Münster, wo der Glühwein Gluhwein heißt und Spätzle Spatzle … am kürzesten Tag im Jahr.





































pfoschdeschhuss • 22.12.25