Cool-Tour

Auf den Spuren von Sepp, Heidi und Ben ...


Samstag frei, Fußballtag. Die Wahl fiel bei einem Spritpreis von 2,20 € für den schmalen Liter auf Weinheim. Kurpfalz contra Kraichgau. Das Sepp-Herberger-Stadion rief mich erstmals zu sich - und ich folgte der Verlockung.


Mit den Stadtpersönlichkeiten hat es die Zweiburgenstadt. Alte Liebe rostet nicht - eine neue scheint es nicht zu geben. Die Gemeinde lebt in der Vergangenheit, und eine Burg konnte ich auf dem Weg ins Stadion nicht sichten. Von der zweiten ganz zu schweigen. Selbst die TSG scheint nur noch ein Schatten vergangener Tage zu sein. Wollte man hier nicht mal die Kräfte bündeln?


Anno 1997 fusionierten die TSG 1862 Weinheim und der FV 09 Weinheim zur treibenden Kraft in »Woinem«. Bis heute wartet man auf den Urknall. Man muss wissen, dass der ehemalige KSC-Spieler Stephan Groß den FV 09 Weinheim im Jahre 1988 beinahe in die zweite Liga geführt hätte. Davon ist man heute weiter entfernt als Maulbronn von Miami.


Im Kader damals: Pantelis Tsionanis - ein Grieche, dem man nachsagt, Cola-Kisten aus dem Strafraum geköpft zu haben. Der smarte Hans-Jürgen Boysen, ehemaliger KSC-Bundesliga-Spieler, Rüdiger Jambo und weitere Konsorten, die schnupperten, aber nicht aßen. Doch in den Duellen mit Aschaffenburg, Mainz 05 und Unterhaching zog der FV 09 den Kürzeren. Bleibt die Erinnerung an das Relegationsspiel gegen den FSV Mainz 05 am 29.Mai 1988 hier im Sepp-Herberger-Stadion, das man vor 5.000 Zuschauern mit 4:3 gewinnen konnte.


Fast 40 Jahre später fand ich den Weg ins Stadion. Vorbei an der Heidi-Mohr-Halle, hinein ins Sepp-Herberger-Stadion, um im Ben-Harder-Treff auf ein Pils zu stoßen, das auf »Alla Hopf« getauft wurde. Nicht schlecht, Herr »Krauthaawlschissa«. Ich bin zwar eher ein Freund der Halbliter-Klasse »Helles« – aber so ein kaltes Null-Dreier-Schüttbier ist immer noch besser als ein warmer Kamillentee.


Ich sah ich en kühles, altehrwürdiges Sportgelände; dass Platz für 10.000 Zuschauer bietet. Achtzig waren an jenem Tag vor Ort und ich hatte das Gefühl, dass man hierbei die zehn Fotografen einbezogen hat. Ich sah ein Spiel, das eintöniger kaum sein konnte. Eppingen beherrschte die Kiste und gewann verdient mit 3:0. Was ist nur mit der TSG Weinheim los? Keine Eintrittskasse, kein Werbepartner auf der Brust und eine Mannschaft, die einer A-Jugend ähnelte. Viel Vergangenheit, wenig Gegenwart …


Beim Verlassen des Sportgeländes fragte ich mich: »Was passiert zuerst? Die nächste Eklipse oder ein Weinheimer Saisontor?« In dieser Verfassung sollten die Kurpfälzer wenig zu bestellen haben und die Landesliga könnte die nächste Etappe sein, wenn nicht ….








































pfoschdeschuss • 29.08.26





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