Relegation in Büchig
»Last-Minute-Sieg«

Der Spessarter Nachtumzug fand dieses Jahr am 13.Juni statt und wir können gar nicht sagen, ob bereits alle Protagonisten im heimatlichen Hafen eingetroffen sind. Der TSV Spessart wird nach einer einjährigen Abstinenz in die A-Klasse zurückkehren. Ebenso schnell mussten die »Eber« die A-Liga im vorletzten Jahr verlassen, nachdem man bereits 2024 die Meisterschaft im B-Klassen-Jargon errang. Im laufenden Fenster durfte die Riege vom Spechtwald Überstunden absolvieren, die an Spannung und Spaß kaum Grenzen kannten. Nach einem deutlichen 5:0 über den Bulacher SC konnten die Essig-Männer gegen den FV Rußheim ran, die ihrerseits den ASV Hagsfeld (2:1) in die Knie zwangen.

Veranstalter dieser Rutsche war der VSV Büchig - hoffentlich mit genügend Bier und ausreichend langen Bänken ausgestattet. Rußheim meldete neun Ersatzspieler, der TSV gar zehn. Alles, was Kickschuhe besaß, bekam ein Trikot. Ein unbekannter Mann in Schwarz - mutmaßlich der Schiedsrichter ohne Namen - hatte an jenem Nachmittag nach 24 Minuten eine Regelwidrigkeit im Rußheimer Strafraum erkannt und zeigte auf den ominösen Punkt. Andrei Lungu ließ dem FV-Keeper Tim Bödefeld keine Chance und verwandelte staubtrocken zur viel umjubelten Führung. Jetzt mussten die Dettenheimer kommen … und sie kamen. Fußball-Experten sprechen vom optimalen Zeitpunkt, den Joel Kastner nutzte, um zu egalisieren. Eine Minute vor dem Pausenwasser brachte er den Ball im Spessarter Gehäuse unter und sorgte so für deutlich angenehmere Gesprächsthemen in der Rußheimer Kabine. In Spessart dagegen dürfte die Getränkewahl in der Kabine kurzzeitig Richtung Härteres tendiert haben

Fünf Minuten waren in Durchgang zwei auf der Uhr, als Mister Unbekannt erneut auf den Punkt in der weiß-grünen Box zeigte. Abermals schnappte sich Lungu das Spielgerät und versenkte es im Gebälk der »Feierdunna«. Drei Wechsel binnen 14 Minuten brachten Schwung ins Rußheimer Spiel. Der FVR war plötzlich deutlich lebendiger als so mancher Teilnehmer des Spessarter Nachtumzugs am darauffolgenden Morgen. Doch für das 2:2 in der 78.Minute fühlte sich ein altbekanntes Gesicht verantwortlich. Joel Kastner mutierte zum Derby-Helden - zumindest für diejenigen, die immer noch glauben, ein Fußballspiel dauere 90 Minuten. Doch dann kam die Nachspielzeit und mit ihr die regelmäßige Erinnerung daran, dass Schiedsrichteruhren im Fußball eher als unverbindliche Empfehlung zu verstehen sind. Man schrieb die dritte Minute der Nachspielzeit, die den FVR noch lange beschäftigen wird. Jonas Imhoff, im Trikot der »Eber«, durfte historisch anschreiben und den TSV zum Aufstieg schießen. Während bei Grünrot bereits die ersten Kaltgetränke geöffnet wurden, dürfte man in Rußheim kurz über die Abschaffung der Nachspielzeit nachgedacht haben.Für die Spessarter geht's zurück in die A-Klasse - Rußheim muss ein weiteres Jahr in der B-Klasse bleiben.

pfoschdeschuss • 14.06.26