Neun Experten, eine Frage - und zumindest an der Spitze herrscht erstaunlich wenig Lust auf Revolution. Wer spielt in dieser Saison um den Aufstieg, wer bekommt eher Bekanntschaft mit dem Tabellenkeller? Kirchfeld taucht in den Prognosen der Runde derart zuverlässig ganz oben auf, dass man dort vermutlich schon einmal nachsehen darf, ob die Meisterschale ins Vereinsheim passt.
Den Anfang machte der »Doppeltipper«. Für ihn werden Kirchfeld und Mutschelbach die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen. Alles andere wäre bereits eine größere Überraschung. Weniger rosig sieht er die Aussichten von Neureut, Busenbach, Schöllbronn, Kleinsteinbach und Malsch, wobei er sich auf eine Reihenfolge im hinteren Bereich lieber nicht festlegen möchte. Der »Anschließer« unterschrieb diese Einschätzung beinahe ungelesen. Zwar landen Aufsteiger seiner Erfahrung nach gerne einmal in der Verlosung um die hinteren Plätze, diesmal hält er die Neulinge jedoch für stark genug, um sich aus größeren Schwierigkeiten herauszuhalten. Sein Motto für die Saison: Überraschungen ausdrücklich erlaubt. Etwas Skepsis brachte der »Mahner« in die Runde. Auch er kann mit der bisherigen Einschätzung gut leben, erwartet vom TV Spöck allerdings nicht mehr jene Stärke, die dem Verein in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Vizemeisterschaft eingebracht hatte. Dafür schiebt er Leopoldshafen einen Stuhl an den Tisch der Abstiegskandidaten.
Beim »Minimalisten« ist die Sache noch schneller abgehandelt: Kirchfeld ist der Topfavorit, unten erwartet er Malsch, Kleinsteinbach und Neureut. Der »Kurzarbeiter« benötigte sogar noch weniger Worte. Kirchfeld, Mutschelbach - und beim Rest werde man sehen. Eine Prognose mit eingebauter Rückgabegarantie. Deutlich mutiger wurde der »Querdenker«. Er sieht neben Kirchfeld auch Wettersbach und den KSC weit vorne. Im Keller erwartet er dagegen Schöllbronn, Busenbach, Malsch und Berghausen. Sein abschließendes »Schau mer mal« ist vermutlich die juristisch sicherste Form einer Saisonprognose. Der »Wundertütenbeauftragte« traut Kirchfeld den direkten Wiederaufstieg zu. Dahinter sollen Grünwettersbach, Spöck und Mutschelbach oben mitmischen. Gleichzeitig hält er Busenbach, Neureut und den KSC III für Mannschaften, die für Überraschungen sorgen können. Ganz unten könnte es seiner Meinung nach den FC Spöck erwischen, wobei er insgesamt eine ausgesprochen ausgeglichene Liga erwartet.
Der »Viererpacker« macht es übersichtlicher. Kirchfeld, Mutschelbach, KSC und Spöck spielen für ihn um den Aufstieg, während Neureut, Malsch und Leopoldshafen gegen den Abstieg kämpfen werden. Zum Abschluss packte der »Geheimniskrämer« noch einen Namen aus, den zuvor kaum jemand auf dem Zettel hatte. Auch für ihn führt der Weg nach oben zunächst über Kirchfeld und Mutschelbach, doch sein Geheimfavorit heißt FSSV Karlsruhe. Am anderen Ende der Tabelle erwartet er Malsch und Schöllbronn im Kampf gegen den Abstieg.
Unterm Strich ist das Votum ziemlich eindeutig: An Kirchfeld führt für die Experten kaum ein Weg vorbei, Mutschelbach besitzt ebenfalls reichlich Kredit. Dahinter beginnt bereits das große Würfeln. So kann im Mai wenigstens niemand behaupten, man habe es nicht kommen sehen.
pfoschdeschuss • 28.07.26