Nach dem Arbeitseinsatz am Samstag folgte der Arbeitseinsatz am Sonntag. Für SVH-Coach Torsten Kuhm ein besonderes Schlamm-Scharmützel. Schließlich ist der blau-gelbe Coach eigentlich ein »Südsternler« … im Herzen aber Bayern-Fan, und das merkte man auch gleich bei der Mannschaftsaufstellung. Wie der gute Vincent K. gegen Leverkusen ließ das Pfälzer Urgestein geballte Qualität auf der Ersatzbank. Noch nie hatte die Heimmannschaft dermaßen viel Qualität abrufbereit, sodass man gegen den letztjährigen A-Ligisten und stets ambitionierten FC Südstern Karlsruhe mit Siegeswillen einmarschierte. Referee Jan Wennagel aus Vaihingen pfiff pünktlich um 14:30 Uhr bei Matsch und Sherlock-Holmes-Wetter an und eröffnete einen richtig geilen Fußball-Nachmittag. Allen, die den Hund über die Füße legten, Tee und Heizdecke auf dem heimischen Sofa bevorzugten, sei gesagt: »Selber schuld!« Was gibt es Schöneres als Herbstwetter, Grätschen, Kampf, Dreck fressen und Bier trinken. Hohenwettersbach machte dem Favoriten von der Allee schnell klar, dass hier nicht nur das Geläuf bereit ist, deformiert zu werden. Man kaufte den Blauen schlichtweg den Schneid ab, und bevor der merkte, dass der Ball im Mittelpunkt steht, stand’s 1:0. Wieder einmal war Jarolimek zur Stelle und drückte zu seinem 9.Saisontor den Ball über die Linie (6.). Der Gast wirkte gehemmt, nahm den Kampf nicht in dem Maße an, wie ihn der SV vorlebte. Der pfeilschnelle Stuhldreher konnte in der 12.Minute auf 2:0 erhöhen, ehe der Flügelflitzer Anusic das 3:0 anschreiben ließ (28.). »Falscher Film« … Schlussmann Mangler musste in Durchgang eins zwei Stern-Chancen egalisieren, und wenn in der Halbzeit ein 5:1 auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel erschienen wäre, dann entspräche das dem Verlauf der ersten Halbzeit.
Nach dem Pausenwasser machte die Heimmannschaft weiterhin Dampf - Südstern kam besser ins Spiel, ohne allerdings den Eindruck zu erwecken, dass dieser Tag Zählbares bringen könnte. Zwei Minuten Leine gelassen, acht Minuten gezittert. Nach 70 Minuten schritt der schwäbische Unparteiische zum ominösen Punkt in der »Hofmer« Box und deutete an, dass das Fällen eines gegnerischen Spielers im Strafraum zu einem Strafstoß führt. Klang ließ sich die Chance nicht entgehen und verkürzte. Zwei Uhrzeiger-Umrundungen später wackelte erneut das Netz der Hausherren. Wieder ließ Klang die Glocken klingeln. »So isses«, hieß es unter Experten außerhalb der Grünfläche. Längst hätte das Spiel entschieden sein können. Jetzt setzte der Gast nochmals alles auf eine Karte. Doch die »Spengler« erinnerten sich daran, dass das Stürmen oftmals die beste Verteidigung ist. Mit einem blitzsauberen Angriff wurde Kaiser freigespielt, und der ließ Sterklov in der Sternen-Kiste keine Chance (80.). Jetzt war der Drops gelutscht … Zwei vorgetragene Angriffsversuche mit zu wenig Kaltschnäuzigkeit endeten im Nichts, und so gewannen die »Spengler« hochverdient 4:2.
Fazit: Eine wahnsinnig kompakte Mannschaftsleistung aller Männer führte zu einem Dreier, der mehr als verdient war. In dieser Form hat Blau-Gelb nichts im zweiten Tabellen-Teil zu suchen … basta!