»Stimmt« … Pokal-Finale 2026; ein Event das bei mir etwas unterging. »Wie das passieren konnte?« Im Vergleich zu früheren Veranstaltungen fehlt mir der Zauber des Zuschauens, weil auch hier Terminhatz; Sponsorengelder und Geltungsdrang im Vordergrund stehen. Die ersten vier Runden im »Vorbereitungs-Sommerferien-Cup« werden binnen eines Monats, in der größten Urlaubszeit, durchgeboxt zum schier ungünstigsten Zeitpunkt des Jahres. Nach den Sommerferien haben wir dann schon die vier Halbfinal-Mannschaften, die dann im Oktober, irgendwann unter der Woche, gegeneinander antreten, wenn mögliche Zuschauer noch arbeiten müssen. Danach herrscht ein halbes Jahr Schicht im Schacht, bis man dann am Vatertag im Mai das Endspiel inszeniert. Dazwischen, eine Winterpause, wo die Vereine personelle Veränderungen vornehmen.
Wer keine Möglichkeit hat, das Sponsorengetränk auszuschenken, besitzt keine Möglichkeit, das Finale auszurichten. Gottseidank ist das nicht Alpro oder Provamel … So erfuhr ich von einem Veranstalter der letzten Jahre, dass selbst alte Banden und alte Sonnenschirme, eines anderen Herstellers, verräumt werden müssen, damit der Zuschauer ausschließlich den Schriftzug des Mäzen sieht. In diesem Jahr erfüllte der FV Fortuna Kirchfeld die Vorgaben und bekam den Zuschlag, das Finale auszurichten. Final-Teilnehmer, Germania Neureut, wollte verlegen, weil man selber am Schulberg das Sportfest feierte. Doch der Antrag schien nicht auf Gegenliebe zu stoßen, denn das Endspiel fand am besagten Vatertag statt. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das tatsächlich ein guter Termin ist, denn potenzielle Zuschauer bevorzugen an jenem Tag den Bollerwagen und das Wandern.
Elfhundert Zuschauer wollten das Endspiel sehen. Vorneweg - für beide Teams wäre es der erste Titel des Cup-Siegers. Leopoldshafen verlor in den letzten 24 Monaten nur einen einzigen Einsatz im hiesigen Kreispokal - das letzte Endspiel im vergangenen Jahr gegen den FVgg Weingarten (0:3). Die Blauweißen sollten also dran sein, könnte man meinen. Aber irgendwie bekommen die »Schröcker« den Deckel nicht platziert, denn auch in der Neuauflage lautete das Credo, »dabei sein ist alles!« Toni Katic schockte den FVL nach 26 Minuten mit dem 1:0 für die Germanen aus Neureut. Sollte die neue Nummer eins im Ort tatsächlich den Pokal zum Sportfest präsentieren? Beide Mannschaften wechselten je einmal in der Halbzeit; beide Teams kamen mit viel Euphorie aus den Katakomben. Als dann Toni Katic seinen zweiten Streich einläutete (58.), schien die Messe gelesen zu sein. El Oubaidy kam für Erndwein; Coach Eifler musste reagieren. Zehn Minuten nach dem Katic-Schlag war es FVL-Urgestein, Geiß (69.), der seine Farben wieder ins Spiel brachte. Routinier Glutsch kam spät (72.) und sollte in seiner unnachahmlichen Art das Spiel des FV beleben. Kindler ersetzte Bomber, Bühn (80.) bevor Paries Emmerling ersetzte (87.). Doch die Germanen um Trainer Sascha »Magic« Mayer konnten den Vorsprung über die Zeit bringen und bejubelten den ersten Pokalsieg für den Schulberg. Gratulation an die roten »Spundenfresser« für ein geniales Fußballjahr. Man munkelt, dass das germanische Sportfest bis in die frühen Morgenstunden aufrechtgehalten wurde.