FVgg 06
Weingarten II
2:2
Karlsruher
SV

KSV tritt auf der Stelle

Der erhoffte erste Auswärtsdreier der Saison muss weiter warten. Gegen den engagierten Aufsteiger aus dem Weindorf reichte es nur zu einem Remis, was die Tabellensituation nicht wesentlich verbessert. Die Waldstädter spielten stellenweise arg schwach und hatten doch ein klares Chancenplus zu verzeichnen, was den Siegtreffer zweifellos gerechtfertigt hätte. Vor allem auf Grund hervorragender Aktionen von FV-Torwart-Routinier Marco Döbelin gelangen die Tore so auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern resultierten aus ruhenden Bällen. Die Hornung-Jungs waren da klar effektiver, machten sie doch aus zweieinhalb Chancen zwei Goals. Dass diese durchaus zu verteidigen gewesen wären, macht die Sache für den KSV zusätzlich ärgerlich. So fällt den Karlsruhern in den anstehenden schweren Partien auf jeden Fall die klare Außenseiterrolle zu. 
Die Anfangsüberlegenheit des KSV führte erst nach einer Viertelstunde zu einer Torgelegenheit. Benjamin Bindereif stand nach einer Rechtsflanke von Jonas Klodwig aussichtsreich vor dem Kasten, doch lenkte Döbelin den Kopfball reaktionsschnell über den Balken (15.). Die Gastgeber kamen dann besser ins Spiel und gerieten dennoch etwas überraschend in Rückstand. Bindereif führte listig einen Freistoß gedankenschnell aus und während die Wengerter noch den Abstand suchten, fand der Ball aus 18 neben dem Pfosten den Weg zum 0:1 ins Tor (26.). Für entspannte Ruhe sorgte die Führung indessen nicht. Trotzdeme hatte der KSV Einschussmöglichkeiten, die der FV-Hüter in Serie gegen Bjarne Waßmuth und Bindereif auf der Torlinie klärte (38.). Stattdessen schaffte der bissige Kreisliga-Zweite dann ebenfalls mit einem Freistoß den Ausgleich. Ein zentral getretener Freistoßball gelangte nach unglücklicher Gästeabwehr wieder in die Gefahrenzone zurück, wo im dicht besiedelten Fünfer der quirlige Fitim Arifi am schnellsten reagierte und die Kugel zum 1:1 über die Linie drückte (40.).

Nach Wiederbeginn zeigte sich die Truppe von Christian Stumpf sogleich aufgeweckter. Ein vielversprechender Konter über Martin Zürn wurde aber zu ungenau abgeschlossen (48.) und kurz darauf zielte Zürn aus 25 Metern knapp vorbei (49.). Dann brillierte Hassan Hout und zog vom Strafraumeck ab. Döbelin holte den Ball jedoch bravourös aus dem Torwinkel (50.). Auf der Gegenseite probierte es Dominik Dittes mit einem Gewaltschuss aus 30 Metern, der aber nur unzureichend das KSV-Tor bedrohte (55.). Kurz darauf fand ein erneuter Bindereif-Kopfball aus fünf Metern ebenfalls nicht ins FV-Tor (58.). Bei der nächsten Offensivaktion ließen sich die KSV-ler dann folgenschwer überrumpeln. Nach einem Abwehrschlag von Dittes aus der eigenen Hälfte griff die Innenverteidigung am KSV-Sechzehner nicht energisch genug ein und so war plötzlich Marvin Merz allein vor dem Kasten und überwand den erneut machtlosen Christian Becker zum 2:1 (60.). Von diesem Schock erholten sich die Waldstadt-Buben erst allmählich und viel Brauchbares gelang ihnen zunächst nicht. Trotz holprigen Aktionen glückte ein Traumpass in den Lauf von Hout, der gekonnt Döbelin umkurvte. Ohne jegliche Aussicht an den Ball zu kommen grätschte der Keeper aber den KSV-ler äußerst unsanft in die Beine. Der Strafstoß war unstrittig. Dass es dafür nur die Gelbe Karte gab, entsprang dagegen einer sehr seltsamen Betrachtungsweise des Schiedsrichters. Rot wäre das Mittel der Wahl gewesen. Schade, wir hätten uns gerne auf Aktionen des ehemaligen KSV-Hüters Thomas Wagner gefreut … Mauricio Monteiro verwandelte jedenfalls sicher zum 2:2-Ausgleich (72.). Im Anschluss zeigten die Waldstädter dann noch eine prima Schlussphase und agierten drückend überlegen. Hassan Houts Abschluss nach feinem Solo zauberte der FV-Goalie am Pfosten zur Ecke (79.) und Monteiro wurde in aussichtsreicher Position die Kugel gerade noch vom Fuß gespitzelt (82.). Zu mehr als einem ungefährlichen Rechtsschuss von Bindereif (89.) kam der KSV nicht mehr und so trennte man sich nach doch noch spannender Endphase mit einem friedlichen Unentschieden. Der Dank gilt den beiden KSV-Anhängern, die trotz zeitweiser Magerkost verständnisvoll bis zum Abpfiff durchhielten.

Karlsruher SV - 18.09.2019