FV Grünwinkel
5:2
Karlsruher SV

Enttäuschender Saisonauftakt beim Meisterschaftsanwärter.

Beim Gastspiel am Joachim-Kurzaj-Weg zeigte sich die KSV-Truppe nur selten ebenbürtig und kassierte eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage. Dem starken Grünwinkler Team war man in vielen Belangen unterlegen und die eigenen herausragenden Tugenden der vergangenen Monate blieben nur ansatzweise erkennbar. Die gewohnte Defensivqualität ließ zu wünschen übrig und die Bemühungen um einen kontrollierten Spielaufbau verpufften zu häufig schon im Ansatz bzw. scheiterten an der Zweikampfhärte der Grünwinkler. Letztlich verdienten sich diese angesichts der Spielanteile und Torchancen die drei Punkte aber hochverdient, auch weil sie die angebotenen Freiräume clever und insbesondere im ersten Spieldrittel sehr effektiv nutzten.

Praktisch ohne Gegenwehr konnten die Schützlinge von Domenico Rizzo innerhalb einer knappen halben Stunde drei Mal einnetzen und schon früh die Weichen auf Sieg stellen. Nachdem Hassan Hout aus zwanzig Metern am FVG-Gehäuse vorbei gezielt hatte (4.), ließ sich im Gegenzug die KSV-Defensive erstmals düpieren. Alexander Aster passte steil in den Strafraum, wo Torwart und Verteidiger den anstürmenden Andreas Hahn nicht rechtzeitig stellen konnten. Überlegt spitzelte der Torjäger den Ball zur 1:0-Führung ins lange Eck (5.). Dann brachte Daniel Mattern mit einem weiten Zuspiel Tadeusz Romaszko in Stellung. Der durfte sich genügend Zeit für das Zurechtlegen des Balles nehmen, den er mit einem strammen Linksschuss neben dem zweiten Pfosten zum 2:0 versenkte (17.). Nur zehn Minuten später ließ sich der Dritte der Vorsaison mit einem flachen Zuspiel zwischen die Abwehrkette erneut schnörkellos aushebeln. Passempfänger Elias Melchior brachte die Kugel in den Strafraum, wo Andreas Hahn ohne Gegenwehr am diesmal machtlosen Toygun Kaynak vorbei zum 3:0 eindrückte (27.). Wenig später konnte Hahn erneut abziehen, der KSV-Keeper faustete den Ball aber noch zur Ecke (33.). Man musste Schlimmes für die Gäste befürchten, zumal bis dahin nichts auf eine Besserung hindeutete. Die Nordsternler überraschten bis zur Pause dann aber doch noch mit einem ansehnlichen Auftritt und der für den verletzten Dominik Pohl gekommene Simon Dietrich setzte mit einem Heber, der über den Querbalken flog, einen ersten Akzent (36.). Und bei einem schönen Angriff über die rechte Seite gelang sogar der Anschlusstreffer. Die flache Hereingabe von Dietrich verwertete der aufgerückte Debütant Nico Tritschler mit einem sehenswerten Schuss in den rechten Torwinkel zum 3:1 (38.). Kurz vor Ablauf der ersten Hälfte versuchte es der mächtig malträtierte Bjarne Waßmuth dann noch mit einem Rückzieher am linken Pfosten, den Goalie Thomas Muraschow abklatschen konnte (45.).

Nach Wiederbeginn traten die Waldstädter deutlich engagierter auf und erarbeiteten sich zunächst eine optische Überlegenheit. Eine gute Torgelegenheit bot sich Waßmuth, der mit seinem Schuss aus 14 Metern nur knapp das Ziel verfehlte (50.). Der dabei erlittene gegnerische Tritt in die Wade zwang dann zur zweiten Auswechslung beim KSV. Von den Spatzen war zu diesem Zeitpunkt wenig zu sehen. Der erste Abschluss in der 56. Minute von Romaszko aus zehn Metern war zu unplatziert, so dass der KSV-Goalie abwehren konnte. Sekunden später zeigte sich der FVG dann aber wieder gnadenlos effektiv. Nach einem vom KSV in die Platzmitte abgewehrten Eckball hämmerte Mattern das Gerät aus knapp 30 Metern direkt und unhaltbar in den Winkel (57.). Angesichts des doch überraschend gekommenen erneuten 3-Tore-Rückstands waren die Waldstadt-Jungs nachvollziehbar geschockt, dennoch ließen sie in ihrem Eifer nicht nach. Die Rizzo-Truppe konnten sie zwar nicht vor große Probleme stellen, sie aber weiterhin vom eigenen Strafraum fern halten. So gab es über zwanzig Minuten keinerlei Torszenen zu vermelden. Erst wieder nach einem Freistoß von KSV-Akteur Jonas Kubiak wäre ein Torerfolg möglich gewesen. Der Kopfball von Mauricio Monteiro war aber zu unplatziert (75.). Kurz darauf führte dann aber Daniel Walz einen Freistoß aus 18 Metern ebenso listig wie flott aus und während sich die Grünwinkler wieder mal in Mauerstellverzögerungstaktik übten, lag der Ball schon im einheimischen Netz zum verdienten 4:2-Anschlusstreffer (78.). Eine Minute später kam Dominik Germar bei seinem energischen Dribbling im Strafraum zu Fall, der dennoch gute Schiedsrichter sah den Tatort aber außerhalb des Grünwinkler Sechzehners. Der Freistoß brachte nichts ein (79). Domenic Martjan vergab dann auf der anderen Seite frei stehend gegen den KSV-Hüter (81.) und für den FVG-Keeper erwies sich eine Direktabnahme von Philipp Werner als zu harmlos (85.). In der Schlussphase schlug der Aufstiegsanwärter aus Waldstädter Unkonzentriertheiten dann nochmals Kapital. Zu passiv ließen diese ihre Gegenspieler gewähren und einen schönen Angriff über die rechte Seite inszenieren. Der umtriebige Dawid Jablonski passte flach in den Fünfer, wo sich Martjan geschickt absetzte und das Gerät in den Torwinkel zum 5:2 versenkte (88.). Den Schlusspunkt setzte der technisch versierte Özen Can, Neuzugang vom ASV Durlach, der mit seinem Schuss an die Querlatte allerdings Pech hatte (90.).

Die Grünwinkler Krähen setzten sich mit ihrem klaren Erfolg damit gleich an die Tabellenspitze. Man kann ihnen zutrauen, sich dort nicht nur kurzfristig aufhalten zu können. Beim KSV ist es für Prognosen zu früh. Nur eins ist sicher: Es geht deutlich besser

Karlsruher SV - 22.08.2019