Sebastian »Effe« Weber (34)
Seit 8 Jahren trainiert »Effe« den SVL. Am Saisonende ist Schluss

pfoschdeschuss

Servus »Effe«. Woher kommt eigentlich der Name, »Effe«? Ich kenne dich bereits 20 Jahre - den Namen »Effe« ebenso lange ...

Sebastian »Effe« Weber

Diesen Spitznamen bekam ich bereits im März 1990. Bei meinem ersten Fußballtraining bei den Bambinis des SVK Beiertheim fragte mich mein langjähriger Jugendtrainer, Klaus Gerstner, ob ich denn überhaupt kicken könne. So wie er mir erzählte, beantwortete ich seine Frage mit einem selbstbewussten »Ja«. Anschließend fragte er mich aufgrund meiner damaligen Frisur, ob ich denn auch so gut wie der Stefan Effenberg wäre. Auch diese Frage beantwortete ich wohl mit einem klaren »Ja«. Seitdem begleitet mich »Effe«. Es gibt viele, die mich auch nur als »Effe« kennen. Meinen richtigen Namen, Sebastian Weber, kennen einige gar nicht und sie erkennen mich beispielsweise am Telefon erst dann, wenn ich mich als »Effe« vorstelle.

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Du wolltest einen sauberen Abgang bei deiner bisherigen »Lebensaufgabe«, dem SV Langensteinbach. Seit 8 Jahren bist du beim SVL, führtest die Truppe in die Landesliga und wirst die Blauschwarzen am Saisonende verlassen. Wie würdest du die sportliche Zeit beim SV beschreiben?

Sebastian »Effe« Weber

Der SVL gab mir im Alter von 26 Jahren die Möglichkeit als Spielertrainer ins Trainergeschäft einzusteigen. Wenn man die letzten Jahre betrachtet, so war es sicherlich eine sehr gute Entscheidung zum SVL zu gehen. Wir sind aufgestiegen, standen in der Relegation zur Verbandsliga und haben es geschafft, uns über all die Jahre zu einer sehr guten Adresse in der Landesliga zu entwickeln. Darüber hinaus fanden in den vergangenen Jahren immer mehr Spieler den Weg vom SVL in die Verbandsliga, was mich natürlich sehr freut.
 
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Du selbst würdest gerne etwas Neues beginnen. Was muss der neue Verein beziehungsweise die neue Aufgabe mitbringen? Was sind die Steckenpferde des Sebastian Weber und was wiederum möchtest du gar nicht?
 
Sebastian »Effe« Weber

Die neue Aufgabe ist für mich nicht an eine bestimmte Spielklasse gebunden, sie muss mich schlicht und ergreifend reizen. Sportlich motivierende Ziele, ein funktionierendes Umfeld sowie ein klares Konzept sind natürlich essentielle Voraussetzungen.

Ein Steckenpferd ist die Ausbildung meiner Spieler bzw. der Mannschaft in verschiedenen Grundordnungen und in verschiedenen Spielsystemen mit deren taktischen Möglichkeiten spielen zu können. Wir haben über die vergangenen Jahre sehr vielseitig trainiert, um individuell sowie mannschaftlich eine bestmögliche Flexibilität zu erreichen. Des Weiteren lege ich großen Wert auf die körperliche sowie geistige Fitness meiner Spieler.

Unkollegiales Verhalten, wie zum Beispiel das Stehenbleiben nach einem Ballverlust, möchte ich gar nicht.

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Wenn du die 8 Jahre Revue passieren lässt - der beste, der unterhaltsamste Spieler, die größte Enttäuschung und das unvergesslichste Erlebnis?

Sebastian »Effe« Weber

Die Frage nach dem besten Spieler zu beantworten ist sehr schwer. An dieser Stelle stehen häufig die Offensivspieler im Vordergrund, allerdings sind für mich die sehr guten Defensivspieler genauso wichtig, denn sie bilden gemeinsam mit dem Torwart das Fundament einer erfolgreichen Mannschaft.

Glücklicherweise habe ich bislang sehr viele unterhaltsame Spieler kennengelernt. Sie sind für eine Mannschaft unersetzlich. Wenn in der Kabine nicht gelacht wird, fehlt für mich eine Säule des Zusammenlebens innerhalb eines Teams. Fabian Bäuerle ist äußerst unterhaltsam.

Eine „größte Enttäuschung“ gibt es für mich nicht. Enttäuschungen gehören dazu, egal ob ein verlorenes Relegationsspiel, eine Niederlage am letzten Spieltag oder von menschlicher Seite. Bevor ich mir überlege, was mich am meisten enttäuscht hat, schaue ich nach vorne und überlege lieber, wie ich es das nächste Mal besser machen kann. Ich denke, je mehr Zeit man den Enttäuschungen widmet, umso größer werden sie auch.

Unvergessen bleibt bei mir sicherlich die offizielle Aufstiegsfeier im Anschluss an die Saison 2010/2011 mit der Übergabe meines »Meisterbriefes« durch Michael Ginter.

 
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Als Jugendspieler des SVK Beiertheim hattest du großartige Angebote. Kannst du uns sagen, was die größte Chance war, die dem blutjungen Kicker „Effe“ auf den Tisch flatterte?

Sebastian »Effe« Weber

Es gab ein paar interessante Begegnungen mit Personen höherklassiger Vereine. In der C-Jugend hatte ich Kontakt mit einem Scout von Juventus Turin, der mich auf einem internationalen Turnier gesichtet hatte. In der A-Jugend wollten mich Günter Cuntz und Berti Haas nach Spielberg holen. Im gleichen Jahr lud mich der KSC mit seinem damaligen Amateurtrainer Marco Pezzaiuoli zu Probetrainingseinheiten für die Amateurmannschaft ein. Der nächste Trainer, der mich an den Talberg holen wollte, war Michael Fuchs. Ich folgte jedoch erst den Rufen von Berti Haas und Karl Kornmüller. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich bereits unter Günter Cuntz den Schritt nach Spielberg hätte wagen sollen. Die Erfahrungen als Spieler unter den Trainern Cuntz, Fuchs und Siegwart hätten mich sicherlich noch weiter vorangebracht. Auch jetzt als Trainer würde ich ganz sicher hiervon sehr profitieren.

Ich möchte aber natürlich auch sagen, dass es für mich sehr gute Gründe gab in Beiertheim zu bleiben: Beer, Blicker, Dugandzic, Gerstner, Hör und Schneider sind nur eine Auswahl besonderer Spieler und Persönlichkeiten, mit denen ich in jungen Jahren in Beiertheim zusammensein durfte – eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.

Was ich zuvor in Beiertheim in der Jugend erlebt habe, war sensationell und die Erinnerungen an diese Zeit, mit all den Mitspielern und Trainern, sind wunderschön.

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Werden wir beim neuen Verein auch noch den Spieler, Sebastian Weber, sehen oder wirst du ausschließlich das Amt des Trainers ausüben?

Sebastian »Effe« Weber

Das hängt natürlich auch von der Spielklasse meines neuen Vereins ab. Ich denke allerdings, dass es maximal auf einen Stand-by Spielertrainerjob hinausläuft. Alles andere würde mir meine bereits operierte Hüfte übelnehmen und mit ihr möchte ich noch einige Zeit gut auskommen. Abgesehen davon, möchte ich keiner dieser Spielertrainer sein, die den Zeitpunkt verpassen, die eigenen Schuhe an den Nagel zu hängen bevor die eigene Mannschaft bei der Bekanntgabe der Aufstellung anfängt den Kopf zu schütteln, wenn man seinen Namen ans Board schreibt


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Welches Ziel beziehungsweise welchen Traum hat der junge Trainer Sebastian Weber?

Sebastian »Effe« Weber

Ich möchte mindestens in der Spielklasse als Trainer tätig sein, in der ich auch als Spieler einige Spiele bestritten habe. Das hat aber weniger mit Träumen zu tun, sondern viel mehr mit Engagement, Fleiß, Arbeit und sicherlich auch dem nötigen Quäntchen Glück


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Dir war es wichtig, jeden Spieler persönlich von deinem Cut zu informieren. Warum? Wie nahmen Mannschaft und Verein die Entscheidung auf?

Sebastian »Effe« Weber

Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie mir gegenüber ehrlich sind und mir wichtige Infos zeitnah und persönlich mitteilen – dies dürfen meine Spieler im Gegenzug ebenso von mir erwarten. Demzufolge habe ich alle Spieler am Morgen nach dem Gespräch mit dem Verein angerufen und ihnen meine Entscheidung mitgeteilt. Die Spieler waren dankbar über die Offenheit, manche waren überrascht und viele wollten die Gründe wissen. Alles in allem wurde mir Verständnis gegenüber gebracht und eine neue, interessante Herausforderung gewünscht. Der Verein hätte gerne verlängert, hat aber für meine Entscheidung ebenso Verständnis. Wie man in der Pressemitteilung lesen konnte, wird mir auch von Vereinsseite alles Gute gewünscht.

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Dein Wunsch für das kommende Jahr?

Sebastian »Effe« Weber

Ich wünsche allen Fußballbegeisterten ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018


pfoschdeschuss - 13.01.2018














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