Relegations-Tour
Unterwegs auf den Sportplätzen der Umgebung


Nachdem ich am Sonntagmittag in Ellmendingen vor dem Sportplatz stand und feststellen musste, das auch streng datierte Relegationsspiele ins Wasser fallen können, nahm ich abends die Möglichkeit in Linkenheim wahr, um den Karlsruher Vertreter, FC Neureut, anzuschauen. Tolles Spiel aber wenig Spannung. Das lag einfach daran, dass der FC Germania Forst zu keiner Zeit des Spiels dem »Spundenfresser« das Wasser reichen konnte. Das 3:0 der Neureuter war gnädig. Dieses Spiel hätte auch 5:0 ausgehen können und für Forst blieb die Erkenntnis, das der Jubel beim Warmmach-Torschuss vor dem Spiel letztendlich keinen nachhaltigen Wert besitzt. Die Organisation in Linkenheim war gewohnt super; Parkplatz-Zuweisungen, schnelle Abwicklung am Kassenhäuschen und keine Warteschlangen am Pilsstand … so soll es laufen - das Pils und der Verkehr.

Am Montag gab ich mir dann das Horbenloch zu Wolfartsweier, wo der FV Alemannia Bruchhausen II auf den wesentlich älteren VSV Büchig II traf. Und wer dem Club aus Stutensee nach zehn Minuten Möglichkeiten zusprach, der muss ein Kenner der Szene oder ein Hexer sein. Das 1:0 der Alemannen war hochverdient; das Gefühl, dass die »Eltern ihre Kinder« besiegen könnten, war nicht vorhanden. Doch dann kamen die Veteranen in Schwung und die Jungen spielten den Part in der bekannten Soße. Am Ende stand ein hochverdientes 5:1 für Büchig im Programm. Generation Bolzplatz knackte Generation Play-Station - Speis und Trank bestachen außerhalb des Naturgrüns.

Der Dienstag lotste mich nach Reichenbach, wo der zweite Anzug der »Rauchschwalben« die schier übermächtige SG Daxlanden zu Gast hatte. Mit dem »Radl« über Grünwettersbach und Palmbach zum TSV - eine Strecke, die ich gefühlte tausend Mal in meinem Dasein bewältigte und die ich wohl rückwärts, mit Augenbinde im Halbschlaf fehlerfrei hinter mich bringen würde. Überrascht stellte ich fest, dass das Spiel auf Kunstrasen stattfindet, was ich nicht ganz so toll fand. Erstens bietet der Reichenbacher Plastikplatz kaum Stellplatz für die Zuschauer und zweitens finde ich Kunstrasen-Gekicke bei optimalen sommerlichen Wetter etwa so nervig wie Durchfall beim Abendmahl. »Einen Vorteil für die Heimmannschaft?« - auf keinem Fall, denn auch Daxlanden bearbeitet bekannterweise Plastikboden, wenn die Witterung es verlangt. Später wurde ich allerdings aufgeklärt, warum der Kick in der Sardinendose stattfand …. So drängten sich die Zuschauermasse in die schmale Gasse, gegen die Sonne guckend, um dieses Spiel zu verfolgen. Das Speise-Sortiment wurde schmal gehalten, was Sinn macht. Dafür gab es eine schnelle Abwicklung und eine Top-Verpflegung. Waldhaus-Pils, große Weinschorle und eine verdammt starke Wurst mit einem solide krossem Brötchen. Das Spiel beherrschten die Gäste aus dem »Schlaucher-Reich«; die Tore blieben ersteinmal aus. Reichenbach II wehrte sich vehement und lieferte solide Defensivarbeit; garniert mit ein zwei Kontern, die allerdings eine Scoville-Zahl eines Hefekranzes anboten. Wer anderes als Jan Malsam hätte den Bann brechen können? Er nutzte nach 29 Minuten einen Abpraller, um den emsigen Leon Tuskan zu überwältigen. Nun schien der Damm gebrochen zu sein und hätte der Gast seine Chancen verwertet - die hausgemachte Anzeigetafel der Reichenbacher hätte wohl mehr geschwitzt als der Mann hinter dem Bratwurst-Grill. Abermals Malsam nach 40 Minuten stellte die hochverdiente 2:0-Halbzeit-Führung her. Nach einem Tormann-Fehler war es Esswein, der mit einem Lupfer auf 1:2 verkürzte. Doch auch zu jenem Zeitpunkt hatte man nicht das Gefühl, dass der Haus-Elf hier ein Licht bei untergehender Sonne aufgehen könnte. Daxlanden dominierte nach Belieben und erzielte nach 67 Minuten durch den eingewechselten (65.), ehemaligen Oberliga-Spieler, Reith, das 3:1 (67.). Hier sollte auch im Rückspiel nichts anbrennen - Spannung wird man an der Fritschlach nicht bieten können, es sei denn, man lädt Dieter Nuhr als Stadionsprecher ein.



pfoschdeschuss - 05.06.24