Beim DFB-Cup ist alles möglich

Mit dem Start der neuen Saison der Deutschen Fußball-Bundesliga ist in Deutschland das Fußballfieber neu entfacht worden. Das gilt auch für den DFB-Cup, der zahlreichen kleinen aber motivierten Mannschaften aus Deutschlands unteren Ligen die Chance gibt, die großen Vereine ein wenig zu ärgern. Wann hat man denn schon die Chance, im eigenen Stadion ein Top-Team zu begrüßen und so den Fans etwas ganz Besonderes zu bieten? Doch dabei muss es nicht bleiben. Immer wieder gelingt es den Fußball-Zwergen die Fußball-Riesen zu fordern. In diesen Spielen können die Torjäger der unteren Ligen beweisen, dass sie auch gegen große Gegner bestehen können. Wie das funktioniert, demonstrierte im Vorjahr der 1. FC Saarbrücken.

Ein Viertligist im Halbfinale
Der DFB-Cup ist auch deswegen so beliebt, weil er immer wieder aufs Neue beweist, dass im Fußball tatsächlich alles möglich ist. Wer hätte zu Beginn ernsthaft gedacht, dass zum ersten Mal in der Geschichte des DFB-Cups ein Viertligist in das Halbfinale einziehen würde? Doch der 1. FC Saarbrücken spielte sich in einen wahren Siegesrausch und sorgte Runde um Runde für eine Überraschung. Es benötigte schon Bayer 04 Leverkusen, um die große Überraschungsmannschaft des Jahres zu stoppen. So ein Lauf animiert und motiviert sicherlich zahlreiche Teams, es dem 1. FC Saarbrücken nachzumachen, um selbst das Rampenlicht zu genießen. Die Top-Teams sind auch in dieser Saison unumstritten. Auf Betway führt Bayern München mit einer Fußbal Wetten Quote von 2,20 (Stand: 24.10.20) die Liste der Favoriten an. Das kommt nicht überraschend, schließlich ist der Serienmeister nach seiner sensationellen Saison im Vorjahr neuerlich zur besten Mannschaft Europas aufgestiegen. Doch bis zu einer neuerlichen Krönung warten noch zahlreiche Stolpersteine auf die Münchner. Die kleinen Teams werden alles daransetzen, um die Bundesliga-Mannschaften zu Fall zu bringen. Denn nirgendwo anders ist die Chance auf Erfolg so groß, wie im DFB-Cup.

Von Beginn an Überraschungen
Dass solche Erfolge keine Ausnahme sind, war auch diese Saison bereits zu beobachten. So besiegte der Drittligist SV Wehen den Zweitligisten Heidenheim mit 1:0. Der Viertligist SV Elversberg setzte sich gegen den Kultverein FC St. Pauli durch und gewann das Spiel mit 4:2. Für die größte Überraschung sorgte jedoch der Regionalligist SSV Ulm. Die Spatzen zeigten dem Zweitligisten Erzgebirge Aue seine Grenzen auf und warfen den klaren Favoriten mit einem 2:0 Sieg aus dem Rennen, wie der Kicker berichtete. Dabei musste Trainer Holger Bachtaler seine Mannschaft nach dem 2:0-Erfolg gegen den SV Elversberg in der Regionalliga noch umbauen. Michael Heilig hatte sich schwer verletzt, statt ihm kam Angelo Rinaldi auf das Feld. Doch das Engagement der hoch motivierten Elversberger machte sich bezahlt. Bereits von Beginn an nahm die Mannschaft ihren klar favorisierten Gegner unter Beschuss. Der neu in die Mannschaft gekommene Rinaldi legte links auf und Tobias Rühle erzielte das 1:0 für die Regionalliga-Mannschaft. Damit ging der SSV Ulm überraschend als Führender in die Pause. Nach dem Seitenwechsel ging Erzgebirge Aue deutlich forscher ans Werk. Doch die zahlreichen Wechsel brachten nicht den gewünschten Torerfolg. Ganz im Gegenteil, der SSV Ulm trat noch zielstrebiger auf. Zunächst verhinderte der Schiedsrichter das 2:0, als er ein reguläres Tor als Abseits erkannte. Doch das konnte die Überraschungsmannschaft des Abends nicht stoppen. Kurz vor dem Abpfiff erzielte der Joker Felix Higl das alles entscheidende Tor und sorgte so endgültig für die große Überraschung im DFB-Cup. Der SSV Ulm darf nun in der zweiten Runde des Turniers auf einen zugkräftigen Gegner hoffen, dieser ist jetzt auf jeden Fall vorgewarnt. Das Spiel demonstrierte, dass Favoriten nicht in Stein gemeißelt sind. Ihre Gegner tragen ihre Trikots zu Recht mit Stolz und möchten ihrem Verein alle Ehre erweisen.

Titelverteidiger Bayern München, der das Finale erst im Juli gewonnen hatte, fand da schon weniger Probleme vor. Der deutsche Serienmeister zog mit einem 3:0-Sieg über den Fünftligisten 1. FC Düren in die nächste Runde ein. Star des Abends war der Neuzugang Eric Maxim Choupo-Moting, der an allen drei Toren des Titelverteidigers beteiligt war. Zwei Treffer schoss er selbst. Zusätzlich holte er auch noch jenen Elfmeter heraus, den Thomas Müller anschließend verwandelte. Der 1. FC Düren feierte immerhin einen Achtungserfolg und musste kein Torfestival hinnehmen. Der FC Bayern ersparte sich eine Wiederholung der historischen Erstrunden-Niederlage aus dem Jahr 1994. Damals verlor die Weltklassemannschaft bei Viertligist TSV Vestenbergsgreuth mit 1:0. Das Spiel ging als eine der größten DFB-Pokal-Blamagen in die Fußballgeschichte ein. Fußball-Fans sind nun gespannt, wie es weitergehen wird. Unsere Erfahrung lehrt uns, dass weitere Überraschungen im DFB-Cup nicht ausgeschlossen sind. Die Chance der kleinen Vereine lebt also weiter.