Wolfs Woche
Rückblick des umtriebigen Pfälzers

Am Wochenende fuhr der Wolf zunächst in den Oberwald, um sich ein Bild von der aktuellen Leistungsstärke des Nachwuchses der SpVgg Durlach-Aue zu machen. Eines vorweg: Die meisten Trainerinnen und Trainer der über 20 Jugendteams liefern dort unter objektiv schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit ab! Denn trotz eines jungen und rührigen Platzwarts ist die Beschaffenheit der drei Rasenplätze im Herbst und Winter äußerst suboptimal. Der tiefe, holprige und besonders auf den Spielfeldern 2 und 3 von Löchern durchzogene Boden erschwert das Spielen ungemein. Und das seit vielen Jahren! Da nur Platz 2 (»der Acker«) mit Flutlicht ausgestattet ist, findet dort im Winter nahezu der gesamte Trainingsbetrieb von Jugend, Aktiven und Alten Herren statt, auch wenn die Mannschaften der unteren Jugenden dann in die Schulsporthallen oder die Graf Hardenberg Arena (Soccer Center) ausweichen. Umso beachtlicher ist es, dass aktuell vier Teams (Aktive, A-Jugend, B1-Jugend und C1-Junioren) der Lilanen in der badischen Verbandsliga agieren, wobei es in dieser Saison für alle ausschließlich um den Klassenerhalt geht. Einen wichtigen Schritt zur Sicherung der Ligazugehörigkeit tätigte am 23. November die B1 der Spielvereinigung, deren defensiv ausgerichtetes Konzept gegen den FC Astoria Walldorf 2 aufging. Keanu Feketitsch schloss in der 31. Minute einen Konter der Aumer mit dem einzigen Tor des Tages ab, was die Jungs der Trainer Jens Rothweiler und Kevin Weber in der Tabelle von Rang 9 auf Platz 6 klettern ließ. Entsprechend gut war danach die Stimmung bei Trainern, Spielern und Eltern, von denen sich einige auf der Clubhaus-Terrasse die Begegnung der A-Jugend gegen den FV Lauda anschauten, die auf Rasen 1 stattfand. Aue sah in diesem Spiel nach 75 Minuten bei einer 2:0-Führung (Felix Kaptur und Simon Steinbrunn hatten nach der Pause getroffen) bereits wie der sichere Sieger aus, zeigte sich aber in der Schlussphase sehr unkonzentriert, weshalb der bisherige Tabellenletzte aus dem Main-Tauber-Kreis den Spieß noch umdrehen konnte und durch die Tore von Luca Leon Gerstner (75. Minute), Justin Kubsky (78. Minute) und erneut Luca Leon Gerstner (90. Minute) quasi in letzter Minute einen 3:2-Coup landete. Trotz toller Moral der Laudaer ein eher hausgemachtes Debakel! Die verdiente 0:1-Niederlage der D-Junioren im parallel stattfindenden Kreisligamatch gegen die Sportfreunde Forchheim machte schließlich einen gebrauchten Samstag der Lilanen perfekt. Als Schiedsrichter hatte hier der betagte Norbert Hoffmann (siehe Bild) seines Amtes gewaltet.






Sonntags startete man mit dem ehemaligen Jugendleiterkollegen aus vergangenen Beiertheimer Tagen, Reinhard Taugner, am frühen Nachmittag nach Friedrichstal, um das Verbandsliga-Abstiegsduell zwischen dem FC Germania und der seit Wochen kriselnden Spielvereinigung aus Durlach-Aue unter die Lupe zu nehmen. Etwas mehr als 200 Besucher erlebten im Derby viel Kampf und Krampf. Bei beiden Truppen fehlten jeweils einige wichtige Akteure, worunter auch das spielerische Niveau litt. Friedrichstal nutzte kurz nach der Pause ein Durcheinander in der Aumer Abwehr zum entscheidenden Treffer. Chris Roosevelt Jones netzte in Minute 48 und sorgte somit bei den Seinen für frischere Luft im Tabellenkeller. Team Lila war zwar in allen Belangen ebenbürtig, vermisste aber neben den fußballerischen Qualitäten des seit dem 15. September verletzten Spielmachers Rouven Gondorf einmal mehr die einstige Torgefährlichkeit von Sturmtitan Jonas Daum, der nach seinem Kreuzbandriss vom 1.11.2018 zehn Monate lang aussetzen musste und nun weiter seine Form und Fitness sucht. Zur Halbzeitpause blieb der Angreifer angeschlagen in der Kabine. Durchaus gefallen konnte am Rande der Bande das kleine Stadionheft »Hattrick«, in welchem die Germanen neben den wichtigsten Infos zur Aktivität stets vier Seiten zum Jugendfußball publizieren. Auch Homepage und Facebook des FC Germania überzeugen durch aktuelle und lesenswerte Berichte, sodass man hier von kompetenter Medienarbeit sprechen kann. Dafür verantwortlich zeichnet in erster Linie der unermüdliche Guido Hakenes!

Nach Beendigung des Karlsruher Derbys steuerte das Taugnersche Gefährt Kandel in der Pfalz an und parkte dort neben dem Bienwaldstadion, auf dessen Nebenplatz (Kunstrasen) ab 17:30 Uhr das Landesliga-Derby FC Bienwald (früher VfR) Kandel gegen FSV Offenbach über die Bühne ging. Im rustikalen Clubhaus erwärmte eine Suppe für schlappe 2 Euro die frierenden Körper, während draußen Bratwurst und Glühwein zu Sparpreisen lockten. Das abendliche Verfolgerduell wollten etwa 200 Fußballfreunde sehen, die sich einmal mehr von der Heimstärke der »Kannler Löwe« überzeugen durften, die letztlich deutlich mit 3:0 siegten und damit in der Tabelle den Sprung auf Platz 2 schafften; lediglich einen Punkt hinter Tabellenführer Phönix Schifferstadt, welcher ein Spiel mehr aufweist. Lukas Bosch (33. Minute), der athletische Torjäger Noah Beierle (48. Minute, seinen 13. Treffer begünstigte aber ein Torwartfehler) sowie der eingewechselte Sven Kollenda (89. Minute nach schöner Einzelleistung) entschieden ein keineswegs völlig einseitiges Match. Stark bei Kandel agierte der spielende Co-Trainer und Innenverteidiger Marc Staiger, der sich nach dem Abpfiff entspannt zusammen mit dem frisch gebackenen Papa Pascal Hüll (10 Saisontore) ablichten ließ. Sympathisch: Erstaunlich viele Bienwaldkicker fanden sich, noch dampfend und in voller Montur, trotz Kälte zum »Meet and Greet« mit Fans, Funktionären und Bekannten ein, was den Fußballtag gemütlich abrundete.





Foto und Text - ws - 27.11.2019