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pfoschdeschuss : Servus Steffen. Ich denke die Frage muss kommen. Sepp Herberger gehört in deine Verwandtschaft. Kennen kannst du ihn nicht mehr da er 1977 verstorben ist. Ist der alte Bundestrainer noch ein Thema im Familienkreis?
Steffen Herberger : Hallo Oli, ja mein Urgroßonkel ist immer noch ab und zu ein Thema, neben weiterer Familienfußballer wie Johann Herberger (u.a. 1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart, Stuttgarter Kickers) und Fritz Herberger (Spielerkarriere in den USA, 1960er). Vergangenen Februar durfte ich bei einer Fernsehshow zum Thema Sepp Herberger im SWR teilnehmen, das war eine ganz nette Sache.
pfoschdeschuss : Welche interessante Geschichte erzählt man über ihn?
Steffen Herberger :Er legte großen Wert auf Spaßvögel innerhalb des Mannschaftskaders, so wie z.B. Helmut Rahn einer war. Seppl lachte Tränen als sich Rahn bei der WM 1958 für 50 Kronen eine Glatze schneiden ließ und Essener Marktfrauen nachahmte.
pfoschdeschuss : Aktuell versuchst du den KFV aufzupolieren. Was macht die Suche nach einem Vereinsgelände?
Steffen Herberger :Die Suche nach einem eigenen Vereinsgelände erfolgt nur auf mittel- bis langfrister Sicht. Momentan  können wir der DJK-Ost sehr dankbar sein, dass wir als Untermieter bei ihr unterschlupfen durften. Für ein eigenes Gelände haben wir derzeit nicht die Argumente auf unserer Seite, es bleibt aber weiterhin eines unserer übergeordneten Ziele. Zunächst müssen wir aber unsere Hausaufgaben machen
pfoschdeschuss :Was können wir vom KFV in den kommenden Jahren erwartet?
Steffen Herberger :Die prominenteste Baustelle des KFV ist sicherlich die sportliche Situation, von ihr hängt auch der Erfolg aller weiteren Eckpunkte ab. Für diese Saison haben wir uns gut verstärkt, irgendwann wird und muss der Knoten einmal platzen.
Darüber hinaus gilt es aus dem KFV wieder einen „echten“ Verein zu formen, der eine gewisse Mitgliederstärke vorzuweisen hat und damit einen stabilen Unterbau. Hierbei haben wir schon kleinere Erfolge gehabt, die aber bei Weitem noch nicht ausreichen. Unser Erfolg steigt proportional mit der Anzahl von Helfen und Mitgliedern, das muss allen klar sein. Das erste Ziel, einige Ämter zu besetzen und eine gewisse Infrastruktur zu legen ist schon erreicht.
Die Frage nach einer zweiten oder gar dritten Mannschaft muss man sich mittel- bis langfristig irgendwann selbstverständlich stellen, wenn wir die sportliche Situation stabilisieren möchten. Auch der Ausbau einer Jugendabteilung muss ein Ziel für die ferne Zukunft bleiben. Für das alles brauchen wir natürlich eine eigene sportliche Heimat, die wir aber eben ohne starke Mitgliederzahlen und einigen Mannschaften wiederum nicht bekommen, das ist gewissermaßen eine Zwickmühle in der wir uns befinden.
pfoschdeschuss :Der Traditionsverein war vor 101 Jahren Deutscher Meister. Was wurde zum 100-jährigen Jubiläum veranstaltet? Es war vorher die Rede von einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen Gegner, Holstein Kiel.
Steffen Herberger :2010 sagten die Kieler schon frühzeitig ab, da sich der Verein im Abstiegskampf befand (und letztendlich auch aus der dritten Liga abstieg). Zum 100jährigen wurde allerdings eine Stele am alten Stadion an der Telegrafenkaserne eingeweiht, auch das alte, traditionelle KFV-Hallenturnier haben wir wieder etwas aufleben lassen. Diesen November feiert der KFV sein 120jähriges Bestehen, zu dem wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten, sicher auch noch etwas veranstalten werden.
pfoschdeschuss :Das vergangene Jahr war wohl das schlechteste in der Vereinsgeschichte. Vorletzter in der C-Klasse. Was motiviert dennoch?
Steffen Herberger :Man kann es kaum glauben, aber es gab in der Vergangenheit tatsächlich noch eine schlechtere Saison (2008/09). Doch die abgelaufene Saison stand schon von Anfang an unter einem schlechten Stern. Im Juli 2010 verstarb unser sportlicher Leiter Wolfgang Albert, die treibende Kraft und der Organisator des KFV-Spielbetriebs. Diese Lücke konnte der nachfolgende Leiter in keinster Weise füllen. Spielausschuss oder eine andere Form eines „Teams um das Team“, das die Organisation des Spielbetriebs übernahm, gab es auf Grund von Personalengpässen nicht, selbst einen Trainer konnten wir zeitweise nicht stellen, es fehlten Leute an jeder Stelle. Wenn diese Randbedingungen nicht stimmen, kann auch die Mannschaft nicht ihr Potenzial voll ausschöpfen (das aber durchaus vorhanden war).
Das Personaldilemma ist im Grunde nichts Neues, wenn ich mir den KFV der letzten vier Jahre anschaue. Die Tatsache, dass das nun nicht mehr so ist, motiviert mich: Wir haben ein dreiköpfiges, hochmotiviertes Trainerteam, einen Spielausschuss mit drei erfahrenen Sportlern und auch den Vorstand konnten wir mit drei kompetenten Neu-KFVlern auffüllen. So gut war der KFV, seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs, personell noch nie aufgestellt. Hinzukommen über 10 neue Spieler, die ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Schaun wir mal, was draus wird…
pfoschdeschuss :Dein Wunsch für die Zukunft …
Steffen Herberger :Dass der KFV in absehbarer Zeit personell als auch sportlich besser da steht, oder wie ein bekannter, gleichnamiger, ehemaliger Trainer sagen würde:
„Tore schießen und Tore verhindern – das ist hier die Aufgabe“ 
Karlsruhe, 11.07.2011