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pfoschdeschuss : Servus Ingo. Schön dass du für uns in der stressigen Zeit ein paar Minuten Zeit hast. Die Lage ist prekär für den KSC. Wir gehen davon aus dass der KSC die Klasse hält. Was muss passieren damit die kommende Saison keine Zittersaison wird?
Ingo Wellenreuther : Zunächst einmal müssen wir alles daran setzen, dass wir die Klasse halten und am Sonntag alles klar machen. Dann können wir weiter an der Kaderplanung arbeiten. Diese muss ausgewogen sein mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, mit stark leistungsbezogenen Verträgen. Wenn der Erfolg da ist, dann kann ruhig auch Geld verdient werden.
pfoschdeschuss : Mit was muss das Karlsruher Fußballvolk rechnen, sollte der KSC in die Drittklassigkeit absteigen?
Ingo Wellenreuther :Damit rechnen wir nicht. Wir sind optimistisch, dass wir am Sonntag ein volles Stadion haben und mit unseren grandiosen Fans im Rücken es schaffen werden, in der zweiten Liga zu bleiben.
pfoschdeschuss : Du selber kamst zum Profifußball wie die berühmte Jungfrau zum Kind. Was hat dich veranlasst diesen Posten zu übernehmen und mit welcher Prämisse bist du in die Amtszeit gestartet?
Ingo Wellenreuther :Ich bin seit 30 Jahren Mitglied beim KSC, kenne alles und jeden und habe auch selbst mal in der Amateurabteilung und bei den „Alten Herren“ Fußball gespielt. In einer absoluten Notsituation habe ich mich im letzten Herbst für den KSC zur Verfügung gestellt, als der Verein handlungsunfähig war. Dann war es zunächst einmal meine Aufgabe, Ruhe im Verein wieder herzustellen, die Außendarstellung zu verbessern und vor allem im Nachlizenzierungsverfahren die Lizenz für den KSC zu sichern. Dies ist alles gelungen und deshalb konnte und wollte ich mich dem dringenden Wunsch vieler Menschen im Verein, aber auch in der Wirtschaft sowie der ganzen Stadt nicht entziehen, beim KSC weiterhin Verantwortung in schwerer Zeit zu tragen. Dieser Aufgabe widme ich mich mit meinen beiden hervorragenden Vizepräsidenten mit voller Kraft. Wir wollen den KSC zu einem gut geführten Unternehmen mit sportlichem Erfolg machen, die Vereinsseele pflegen und vor allem einen großen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit legen. Darin liegt die Zukunft des KSC
pfoschdeschuss : Die Stadionfrage beschäftigt den blauweißen Schalträger. Gut, aktuell gibt die Mannschaft der Stadt keinen Anlass ein Stadion auf die Beine zu stellen. Ruht das Thema oder wird hinter den Kulissen am Projekt „Schmuckkästchen“ gearbeitet?
Ingo Wellenreuther :Der Neubau eines konkurrenzfähigen Fußballstadions ist für eine gute Zukunft des KSC im Profifußball absolut notwendig. Aber auch eine Stadt wie Karlsruhe muss aus grundsätzlichen Erwägungen heraus entscheiden, ob sie das will. Meines Erachtens würde sich damit die Attraktivität Karlsruhes entscheidend erhöhen. Deshalb ist und bleibt ein neues Stadion mittelfristig das Ziel. Unabhängig vom sportlichen Erfolg werden Gespräche mit der Stadt und Investoren seitens des KSC noch in diesem Jahr geführt.
pfoschdeschuss : Wie würdest du die erste Etappe deiner Amtszeit bezeichnen? Mehr Stress als erwartet oder hat man sich ein solches Amt dermaßen schwierig vorgestellt?
Ingo Wellenreuther :Was wir alle in den letzten sechs Monaten erlebt haben und welche Probleme zu bewältigen waren und noch sind, war außergewöhnlich in jeder Beziehung. Man musste schon kerngesund sein und gute Nerven haben, um dies durchzustehen, ehrlich…
pfoschdeschuss : Was zeichnet den KSC-Fan aus?
Ingo Wellenreuther :Seine Begeisterungs- und Leidensfähigkeit! Ein Fan von Bayern München hat es grundsätzlich leichter – dafür ist es bei uns schöner…
pfoschdeschuss : Ist es utopisch von einem KSC in der Bundesliga zu träumen?
Ingo Wellenreuther :Nein. Natürlich nicht in den nächsten zwei Jahren, aber in den nächsten drei bis fünf Jahren wollen wir wieder oben sein.
pfoschdeschuss : Baden-Württemberg, ein Vorbild-Bundesland. Die Sponsoren stehen nicht gerade Schlange. Was muss passieren damit die Marke „KSC“ wieder interessant wird für Karlsruher beziehungsweise badische Firmen?
Ingo Wellenreuther :Natürlich ist der sportliche Erfolg ein wichtiger Faktor. Der Verein muss aber auch seriös und professionell geführt werden, positive Werte verkörpern und sympathisch auftreten. Außerdem muss sich herumsprechen, dass der KSC eine gute Jugendarbeit macht und hervorragende Jugendspieler ausbildet.
pfoschdeschuss : Dein Wunsch für die zweite Jahreshälfte?
Ingo Wellenreuther :Was den KSC anbelangt: ein Platz in der oberen Tabellenhälfte der zweiten Liga… ansonsten Gesundheit, das ist das Wichtigste.
Karlsruhe , den 11.05.2011